Mitgliederveranstaltung 28.10.2025

Die Mitglieder des Fördervereins Luzerner Volksschulen trafen sich im Schulhaus Littau Dorf, um sich über die aktuelle Entwicklung der Stadtschulen Luzern im Bereich Schule und Betreuung zu informieren. 

Die Mitglieder des Fördervereins Luzerner Volksschulen trafen sich im Schulhaus Littau Dorf, um sich über die aktuelle Entwicklung der Stadtschulen Luzern im Bereich Schule und Betreuung zu informieren.

 

In ihrer Einführung betonte Pia Murer, Präsidentin die Bedeutung der Zusammenarbeit aller Beteiligten, um die Luzerner Volksschule im Sinne der Kinder und Familien weiterzuentwickeln. Sie erinnerte die Anwesenden daran, dass das Thema Tagesschule in der Stadt Luzern schon in den 90-er Jahren aktuell war. Der Verein Tagesschule Luzern lancierte drei Initiativen zur Einführung einer Tagesschule in der Stadt. Erst die dritte wurde im Jahre 2002 vom Stimmvolk angenommen. Von 2005 – 2008 wurde im Schulhaus Grenzhof eine Tagesschule als Pilotprojekt geführt. Gleichzeitig wurde das Hortangebot stark ausgebaut. Die Evaluation des Pilotprojekts führte dazu, dass in der Stadt Luzern die Schulen mit schulergänzenden Betreuungsangebote nach dem Modell der additiven Tagesschule, d.h. je nach Bedarf, z. B. Hort, Mittagstische, Auffangzeiten geführt werden sollten.  Die Tagesschule Grenzhof wurde ab 2008 als sog. Additive Tagesschule geführt.

 

Auf kantonaler Ebene hatte 2005 das Projekt Schulen mit Zukunft mit ihrem Ziel 5: ‚Familienergänzende Betreuungsangebote schulnahe bereitstellen‘ das Thema Betreuung in den Fokus genommen. Das Gesetz über die Volksschulbildung sieht seit 1. Januar 2009 vor, dass die Gemeinden dafür zu sorgen haben, dass den Lernenden bedarfsgerecht schul- und familienergänzende Tagesstrukturen zur Verfügung stehen. Damit wurde das Angebot von Tagesstrukturen in den Gemeinden zu einer obligatorischen Gemeindeaufgabe erklärt. Die kantonalen Vorgaben sind seit 1. Januar 2013 umzusetzen.

 

Im Anschluss stellten David Schuler, Rektor und Andrea Zimmermann, Bereichsleiterin Betreuung das Konzept „Schule und Betreuung – Tagesschule Stadt Luzern, vor und zeigten auf, wie die Stadt Luzern mit der Einführung eines flächendeckenden Tagesschulangebots auf gesellschaftliche Veränderungen reagiere. Die steigende Vielfalt von Familienmodellen, der erhöhte Bedarf an Betreuung und die Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mache neue schulische Strukturen notwendig.

Aus pädagogischer Sicht wurde hervorgehoben, dass die Tagesschule weit mehr ist als eine erweiterte Betreuungsform. Sie schaffe einen verbindlichen Tagesrahmen, in dem Kinder in sozial durchmischten Gruppen lernen, spielen und sich entwickeln. Diese Vielfalt ermögliche wertvolle soziale Lernprozesse und trage zu einer Stärkung der Chancengerechtigkeit bei. Die Tagesschule werde so zu einem Lebensraum, der schulisches Lernen mit Alltagserfahrungen verbindet und die Kinder ganzheitlich fördere.

 

Im Anschluss führte Tobias Arnold, Leiter Betreuung, die Teilnehmenden durch das Betreuungshaus. Die Führung bot konkrete Einblicke in Räume, Abläufe und pädagogische Konzepte, die den Alltag der Kinder prägen. Dieser praxisnahe Einblick unterstützte das Verständnis dafür, wie Betreuung und Unterricht künftig enger miteinander verzahnt werden.

Beim anschliessenden Apéro nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit für Gespräche und fachlichen Austausch. Dabei zeigte sich erneut, wie gross das gemeinsame Interesse an einer zukunftsorientierten Entwicklung der Luzerner Volksschule ist.

 

 

Pia Murer / November 2025

 

Bericht Mitgliederveranstaltung, 28.10.2025