Pädagogisches Time-In "Lichtblick" - Würzenbach

Kurzbericht des Projektteams Förderverein:

Das SH Würzenbach begegnet Verhaltensauffälligkeiten und Störungen mit ihrem pädagogischen Time-In Projekt «Lichtblick». Das Projekt ist ganzheitlich aufgebaut und umfasst Prävention, Psychoedukation und Mentoring. Ressourcenorientierung beim Kind und systemisch vernetzte Zusammenarbeit sind weitere Aspekte. Im Sinne der ganzheitlichen Herangehensweise werden im Verlauf des Projektes zum Beispiel auch Medienkonsum und problematisches Computerspielen zum Thema. Der Förderverein würdigt mit seiner Unterstützung das grosse Engagement und die ganzheitliche Herangehensweise. Die Schule übernimmt die Kosten der internen Weiterbildung, der Förderverein beteiligt sich u.a. an Kosten der externen Beratung.

Bericht der Schule

Das kantonal anerkannte pädagogische Time‑In Lichtblick verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz im Umgang mit anderem Verhalten. Neben Psychoedukation, Prävention, Wissensaufbau im Team und Mentoring bietet der Lichtblick an drei Vormittagen für Kinder mit anderem Verhalten einen alternativen Lernort – einen Schonraum. Ziele sind die Entlastung des Kindes und des Systems sowie die Entwicklung kindzentrierter Massnahmen, die dem Kind im Schulalltag helfen, positive Erlebnisse und Lernerfolg zu erfahren.

Das «Licht» konzentriert sich auf die Ressourcen des Kindes, der «Blick» darf lösungsorientiert und aus verschiedenen Perspektiven eingenommen werden. Die multiprofessionelle Zusammenarbeit ermöglicht die Aufteilung von Verantwortlichkeiten und entlastet damit das Gesamtsystem. Die Eltern werden nach Möglichkeit in die Arbeit miteinbezogen.

Im Kindergarten wird integrativ gearbeitet. Das Farbenmonster klärt die Kinder über Gefühle auf; gemeinsam wird geschaut, wo sich diese Gefühle im Körper bemerkbar machen und wie man damit umgehen kann. Wutkontrollstrategien werden mit visualisierten Karten individuell ausgestaltet und finden nun im Alltag ihre Umsetzung.

Im Time‑In selbst arbeiten wir mit unterschiedlichsten Themen: Arbeitsabläufe, Notfallkoffer, Strukturen, Streitlösestrategien, Rhythmisierung im Schulalltag, Atempausen, Konzentrationsübungen, selbst gemachte Fidget‑Toys, ein Sinneszelt für Rückzug, gewichtete Tiere, Bewegungspausen, Andersartigkeit, Freundschaft, Selbstfürsorge. Die Bedürfnisse und die aktuelle Befindlichkeit des Kindes stehen im Zentrum. Die Kinder erhalten konkrete Materialien und Strategien, die sie bis zum Besuch in der Folgewoche üben. Erfolgserlebnisse und kleine Schritte werden sichtbar gemacht, gefeiert und honoriert.

Spielerisch und mit ausserschulischen Erlebnissen fördern wir das prosoziale Verhalten und das Gruppenverhalten: Spaziergänge mit einem Schulhund, Naturerlebnisse, Experimente, Tierparkbesuche, Minigolf, kleine individuelle Projekte, Backen, Znüni für die Klasse. Situativ ergeben sich viele Gelegenheiten, um Empathie – den Blick für das Gegenüber – zu fördern.

Das Gesamtteam wird von der Sapi unterstützt. Aufgrund der Bedeutung von Digitalität, Medienkonsum und deren Auswirkungen auf die Kinder im Alltag erhalten wir wichtiges Hintergrundwissen zu KI, erproben die Spielwelt unserer Schüler*innen und werden über rechtliche Aspekte aufgeklärt.

Luzern, 9.7.26, Karin Peter