Kadertagung vom 27. März 2024 in Meggen

 

Künstliche Intelligenz (KI): Herausforderungen und Chancen

  

Am 27. März trafen sich 105 Schulleiterinnen und Schulleiter, Vertreterinnen und Vertreter der Geschäftsleitung der DVS und vom Vorstand des Fördervereins Luzerner Volksschulen in der St. Charles Hall in Meggen. Das grosse Interesse an der 8. Tagung zeigte, dass das gewählte Thema für die Führungspersonen an den Schulen wichtig ist.

Referent der Tagung war Dr. Peter G. Kirchschläger, Professor für Theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik an der Uni Luzern. Er forscht seit mehr als 20 Jahren zu KI und berät nationale und internationale Organisationen und Institutionen wie die UNO, Unesco, EU, den Europarat und NGO in ethischen Fragen wie das gerade bei unserem Thema äusserst aktuell und dringend ist. Peter Kirchschläger ist zudem Gastprofessor am AI Center der ETH Zürich.

Zu Beginn seines Referats machte Peter Kirchschläger klar, dass Künstliche Intelligenz in unserer Gesellschaft allgegenwärtig sei. Er führte aus, dass die rasante Entwicklung von KI unsere Welt revolutioniere und uns vor neue faszinierende und gleichzeitig beunruhigende Herausforderungen stelle. In diesem Fall ginge es also darum, Antworten auf die Fragen zu finden, "wie sich die Welt verändere" und "wie unser Weg dorthin sei".

Peter Kirchschläger sprach in der Folge nicht mehr von «Künstlicher Intelligenz», da dieser Begriff unzutreffend sei. Richtig sei, von datenbasierten Systemen (DS) zu sprechen. Diese hätten grosses Potential z.B. in der Forschung oder der Medizin und in Tätigkeiten, die mittels Roboter effizienter arbeiteten. Eindrücklich zeigte er auf, wo die Grenzen und die Gefahren beim Einsatz von DS sind. Er warnte vor Missbrauch und Manipulation beim Einsatz von DS. Damit verdeutlichte er die Dringlichkeit für das Setzen von weltweit klaren Rahmenbedingungen und gesetzlichen Grundlagen im Umgang mit DS.

In seinem zweiten Referat äusserte sich Peter Kirchschläger zu möglichen Auswirkungen von DS im Bildungsbereich. In seinen Ausführungen auf die Frage «Was kann die Schule, was KI nicht kann» führte er sehr eindrücklich aus, dass die Schule den datenbasierten Systemen u.a. in den Bereichen der emotionalen Intelligenz, der Beziehungsfähigkeit, dem kritischen Denken und den ethischen Kompetenzen überlegen sei. Daraus folgerte er, dass sich die Schule kritisch mit dem Einsatz von DS an der Schule auseinandersetzen müsse.

Die zwei Referate ergaben genügend Gesprächsstoff für die Diskussion in 6-er Gruppen.

Die Rückmeldungen aus den Gesprächen in den Gruppen zeigte, dass sich die Schulleiterinnen und Schulleiter ihrer Gestaltungsverantwortung in Zeiten des Umbruchs bewusst sind und das Thema im Team bearbeiten wollen, sie Ungewissheit aushalten müssen und den Fokus auf die Alleinstellungsmerkmale der Schule wieder stärker ins Zentrum rücken möchten. Dazu meinte Peter Kirchschläger:  «Vor lauter Fortschrittsstreben nicht Wesentliches aus den Augen verlieren».

 

Peter Bigler, Präsident Verband Schulleiterinnen und Schulleiter und Martina Krieg, Dienststellenleiterin DVS reagierten in ihren Statements auf die Ausführungen von Peter Kirchschläger und formulierten aus ihrer Sicht Handlungsansätze zum Umgang mit digitalen Systemen an den Schulen.

Wie immer kam das Kulinarische und der Austausch unter den Teilnehmenden nicht zu kurz. Beim Apéro riche diskutierten die Kolleginnen und Kollegen über die Referate und ihre anspruchsvolle Arbeit als Schulleiterinnen und Schulleiter und erweiterten ihre Netzwerke mit den Kolleginnen und Kollegen.

Anhand der äusserst positiven Rückmeldungen auf die Tagung dürfen wir feststellen, dass die Tagung für alle Teilnehmenden ein rundum gelungener Anlass war.

 

Pia Murer, Ende April 2024

 

 

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